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Übeltäter Laktose und Fruktose Bauchschmerzen beim Laufen

Bauchschmerzen beim Laufen können viele Ursachen haben. Häufig hängen sie mit der Ernährung zusammen.

Leserfrage:

„Bei 50 Prozent meiner Dauerläufe habe ich Blähungen und Sodbrennen. Mein Hausarzt konnte keine Auffälligkeiten entdecken. Er meint, dass es mit der Ernährung oder der Psyche zusammenhängt. Ich esse viel Obst, Gemüse sowie diverse Milchprodukte, grundsätzlich eher kohlenhydratreich und fleischarm.“ Herr J. L., Dülken

Dr. Andreas Niess antwortet:

Über im Rahmen von Laufbelastungen auftretende, mehr oder weniger starke Beschwerden im Magen-Darm-Bereich und Bauchschmerzen beim Laufen wird bei Läufern nicht selten geklagt. Häufigere Symptome sind dabei Sodbrennen, Durchfall, aber auch Bauchkrämpfe, Blähungen und Seitenstechen. Das Auftreten dieser Beschwerden wird in der Regel in zeitlich unmittelbarem Zusammenhang mit der Belastung angegeben und tritt meist am deutlichsten bei höheren Intensitäten oder im Wettkampf zutage.

Die Ursachen von Bauchschmerzen beim Laufen und was Sie dagegen tun können

Ursache für Bauchschmerzen beim Laufen können verschiedene Mechanismen sein. So kann insbesondere Laufen den Rückfluss von saurem Magensaft in den unteren Abschnitt der Speiseröhre steigern, was Sodbrennen begünstigt. Hilfreich ist in diesem Falle, drei Stunden vor dem Lauf nichts oder nur noch ein Stück trockenes Weißbrot zu essen. Bleiben die Beschwerden, so kann ein vor Laufbeginn verabreichtes Medikament, das die Produktion oder Abpufferung der Magensäure beeinflusst, die Beschwerden zur Besserung führen.

Durchfälle, Blähungen, Bauchkrämpfe oder Bauchschmerzen beim Lauftraining oder Wettkampf werden dagegen meist durch den Darm verursacht. Insbesondere bei hohen Belastungen wird im Körper die Durchblutung der Verdauungsorgane zugunsten der arbei­tenden Muskulatur stark eingeschränkt. Man nimmt an, dass dies die Darmfunktion beeinflusst und im Einzelfalle zu Beschwerden führt. Ihre Symptome werden nicht direkt durch das Laufen, sondern eher durch die Nahrungsaufnahme provoziert. Wichtig war, dass Sie die aufgetretenen Beschwerden fachlich abklären ließen und eine organische Erkrankung somit weitgehend ausgeschlossen wird.

Ihre Ernährung erscheint mir nicht falsch, wobei Sie ein Reduzieren der Milchprodukte durchaus versuchen sollten. Neben stark ballaststoffreicher Kost führt bei manchen Menschen auch eine schlechte Aufnahme bestimmter Nährstoffe zu Gärungsprozessen im Darm. Vor allem wird dies beobachtet im Rahmen der Zufuhr von Kohlenhydraten wie Laktose (Milchzucker) und Fruktose. Aber auch Zuckeraustauschstoffe wie Xylit oder das im Mehl enthaltene Gluten können eine Ursache sein. Ist dies der Fall, so kann das ursächlich verantwortliche Nahrungsmittel durch schrittweises Weglassen herausgefunden werden. Der Einfluss von psychischem Stress auf den Magen-Darm-Trakt ist bekannt. Beispielsweise kann er eine Steigerung der Säurebildung im Magen oder Funktionsstörungen der Speiseröhre hervorrufen. Generell sollte der Stress aber durch körperliche Aktivitäten wie das Laufen kompensiert werden.

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Dagegen schützt: ausreichend Bewegung und eine Portion Vorsicht.