Bauchschmerzen beim Laufen iStockphoto

Bauchschmerzen beim Laufen

So vermeiden Sie Magen- und Darmprobleme Bauchschmerzen beim Laufen

Bauchschmerzen beim Laufen können viele Ursachen haben. Häufig hängen sie mit der Ernährung zusammen. Diese Tipps helfen.

Ihr Tag ist minutiös durchgeplant. Um 16.00 Uhr wollten Sie Feierabend machen und direkt in die Laufschuhe steigen. Sie haben um 13.30 Uhr Mittag gegessen, um bestens auf Ihre Laufeinheit vorbereitet zu sein. Doch dann kam die Chefin ins Büro. Die Bürotür schließen Sie nun außerplanmäßig um 18.00 Uhr, schlingen auf dem Weg zum Auto noch schnell ein Brot herunter, steigen daheim in die Laufschuhe und rennen los. Auf den ersten beiden Kilometern läuft es super. Doch dann meldet sich der Bauch: es zieht, es sticht. Weiterlaufen? Unmöglich. Ursachenforschung? Nicht nötig, denn die sind offensichtlich. Aber ganz so einfach ist es bei Läufern nicht immer.

Kommen Bauchschmerzen bei Läufern oft vor?

Nicht wenige Läufer klagen über mehr oder weniger starke Beschwerden im Magen-Darm-Bereich bei Laufbelastungen und Bauchschmerzen beim Laufen. Die Symptome reichen dabei von Sodbrennen über Blähungen, Durchfall und Seitenstechen bis hin zu Bauchkrämpfen. Diese Beschwerden treten in der Regel bei oder direkt nach der sportlichen Belastung zutage, am deutlichsten bei höheren Intensitäten oder im Wettkampf, aber durchaus auch bei harten oder ungewohnten Beanspruchungen wie langen Läufen.

Was sind die Ursachen von Bauchschmerzen beim Laufen?

Durchfälle, Blähungen, Bauchkrämpfe oder Bauchschmerzen beim Lauftraining oder im Wettkampf werden meist durch eine kurzfristige Bewegungsstörung des Darms (Peristaltik) verursacht. Vor allem bei hohen Belastungen wird zudem die Durchblutung der Verdauungsorgane zugunsten der arbeitenden Muskulatur stark eingeschränkt. Man nimmt an, dass dies die Darmfunktion beeinflusst und so zu Beschwerden führen kann. Unter anderem nimmt der Dünndarm weniger Nährstoffe auf und entzieht dem Nahrungsbrei weniger Wasser, wenn die Durchblutung während einer sportlichen Tätigkeit eingeschränkt ist. Das Ergebnis ist, dass der Stuhl flüssig bleibt und der Körper versucht, diesen "Ballast" bei körperlicher Belastung möglichst schnell wieder loszuwerden. Die Bauchkrämpfe, die daraus entstehen, kennen Sie sehr gut, wenn Sie zu den Läufern gehören, die im Wettkampf gerne zu schnell starten. Häufig werden Bauchschmerzen aber auch nicht direkt durch das Laufen, sondern eher durch die Nahrungsaufnahme provoziert.

Auch der Magen kann bei harter Beanspruchung leicht mit Beschwerden reagieren, er ist eine der empfindsamsten Stellen unseres Körpers. Bei anstrengenden Läufen und intensiven Trainingseinheiten werden Endorphine und andere Stresshormone produziert. Diese unterdrücken einerseits den typischen Müdigkeitsschmerz in der Muskulatur. Andererseits führen die Stresshormone auch zu einer verstärkten Produktion von Magensäure und beeinflussen die Darmbewegungen. Zudem kann das Laufen den Rückfluss von saurem Magensaft in den unteren Abschnitt der Speiseröhre steigern, was Sodbrennen begünstigt.

Eine weitere Ursache von Magen- und Darmbeschwerden beim Laufen liegt in der Psyche. Der Einfluss von psychischem Stress auf den Magen-Darm-Trakt ist bekannt. Beispielsweise kann er eine Steigerung der Säurebildung im Magen oder Funktionsstörungen der Speiseröhre hervorrufen.

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Wie kann man Bauchschmerzen beim Laufen vermeiden?

Die wichtigste Maßnahme, um Bauchschmerzen und Magen- und Darmproblemen vorzubeugen, ist eine vorsichtige Diät vor anstrengenden Trainingseinheiten und Wettkämpfen. Dabei geht es sowohl um das Timing und die Umstände beim Essen, als auch um die Lebensmittel selbst. Essen Sie rechtzeitig vor dem Lauftraining oder dem Wettkampf, sodass Ihnen die Nahrung nicht schwer im Magen liegt. Eine Pause von zwei bis drei Stunden zwischen der letzten leichten Mahlzeit und dem Laufen bewährt sich bei vielen Läufern – probieren Sie selbst aus, welcher Zeitraum Ihnen gut bekommt. Völlig ausgehungert sollten Sie aber natürlich nicht ins Training oder gar an den Start eines Wettkampfs gehen. Selbst wenn Sie am Wettkampftag vor Nervosität keinen Appetit haben, sollten Sie noch eine Kleinigkeit essen.

Was hilft gegen Sodbrennen beim Laufen?

Wenn Sie zu Sodbrennen neigen ist es oft hilfreich, drei Stunden vor dem Laufen nichts mehr oder nur noch ein Stück trockenes Weißbrot zu essen. Verzichten Sie in dieser "Vorlauf-Phase" vor allem auf zuckerhaltige Lebensmittel. Achten Sie zusätzlich beim Laufen auf Ihre Atemtechnik. Auch eine unregelmäßige Atmung beim Laufen kann den Magen-Darm-Trakt aus dem Takt bringen.

Bleiben die Beschwerden, so kann ein vor Laufbeginn verabreichtes Medikament helfen, das die Produktion oder Abpufferung der Magensäure beeinflusst. Dies sollte allerdings als letzte Möglichkeit in Betracht gezogen werden. Besprechen Sie das Problem dann in Ruhe mit Ihrem Arzt.

Wie und was sollte man vor dem Laufen essen?

Verteilen Sie generell die Nahrungsmenge vor einem harten Lauf oder einem Rennen auf viele kleine Einzelportionen und essen Sie in einer ruhigen Umgebung ohne Zeitdruck. Die beliebte Pastaparty am Abend vor einem Marathonwettkampf ist für Läufer mit einem empfindlichen Magen-Darm-Trakt genau das Falsche! Nicht jeder kann Getreideprodukte gut verstoffwechseln und nimmt mit einer großen Portion Pasta dann mehr Ballast als Energie zu sich.

Auch Ihre Flüssigkeitszufuhr sollten Sie über den ganzen Tag verteilen. Getränke mit einem hohen Fruchtsäuregehalt oder hoch konzentrierte Elektrolytgetränke können ungünstig sein, ebenso Getränke mit Kohlensäure.

Die Verträglichkeit bestimmter Nahrungsmittel hinsichtlich der Magensäureproduktion ist von Läufer zu Läufer unterschiedlich. Auch hier sollten Sie im Training selbst herausfinden, was Sie gut vertragen. Am wahrscheinlichsten ist, dass Sie auf scharfe, fette und sehr heiße Speisen verzichten sollten, aber auch auf sehr ballaststoffreiche Lebensmittel. Probieren Sie mal, ob Ihre Beschwerden abnehmen, wenn Sie Milchprodukte in Ihrem Ernährungsplan reduzieren.

Neben stark ballaststoffreicher Kost führt bei manchen Menschen auch eine schlechte Aufnahme bestimmter Nährstoffe zu Gärungsprozessen im Darm. Vor allem wird dies beobachtet im Rahmen der Zufuhr von Kohlenhydraten wie Laktose (Milchzucker) und Fruktose. Aber auch Zuckeraustauschstoffe wie Xylit oder das im Mehl enthaltene Gluten können eine Ursache sein. Ob eines der Nahrungsmittel bei Ihnen für Bauchschmerzen beim Laufen verantwortlich ist, können Sie durch schrittweises Weglassen herausfinden.

Gegen Stress, der ja ebenfalls ursächlich für Magenprobleme und Bauchschmerzen sein kann, helfen körperliche Aktivitäten wie das Laufen normalerweise. Achten Sie in diesem Punkt aber darauf, dass Sport und Laufen wirklich Ihrem Wohlbefinden und dem Stressabbau dienen. Wenn Sie in Ihrem Leben, sei es im Beruf oder in der Familie, bereits eine stressige Phase erleben, sollten Sie im Laufen zunächst Ausgleich und Erholung finden. Um sich auf eine neue Marathon-Bestzeit vorzubereiten, brauchen Sie schließlich einen freien Kopf und einen ausgeruhten Körper.

Fazit: Bauchschmerzen durch Timing und die richtige Diät vermeiden

Vor allem bei intensivem Lauftraining treten bei vielen Läufern Bauchschmerzen und Beschwerden im Magen-Darm-Bereich auf. Ursachen können die verstärkte Produktion von Magensäure, eine Beeinflussung der Darmtätigkeit, die verminderte Durchblutung der Verdauungsorgane, Unverträglichkeiten und psychischer Stress sein. Um Bauchschmerzen vorzubeugen, sollten Sie folgende Punkte beherzigen:

  • Essen Sie zwei bis drei Stunden vor einem harten Training oder Wettkampf nichts.
  • Verteilen Sie Ihre Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme vor der Belastung auf kleine Portionen.
  • Probieren Sie, welche Nahrungsmittel und Getränke Ihnen beim Laufen nicht bekommen und meiden Sie sie.
  • Reduzieren und kanalisieren Sie Stress in Ihrem Alltag.
  • Essen Sie in einer ruhigen Umgebung ohne Zeitdruck.
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