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Problem am Fuß Das hilft gegen Hühneraugen

Wenn der Schuh drückt, sind häufig Hühneraugen die Folge. Aber Laufen mit Hühneraugen muss nicht immer schmerzhaft sein.

Ein gesunder Fuß ist des Läufers Kapital. Obwohl das eigentlich jeder Läufer weiß, beschäftigen sich die meisten erst mit ihren Füßen, wenn sie nicht richtig funktionieren oder weh tun. Hühneraugen sind dafür ein wunderbares Beispiel: Irgendwie drückt der Schuh schon seit mehreren Laufeinheiten am großen Zeh und an der Ferse. Geht aber noch. Das bisschen Hornhaut an den Druckstellen macht ja auch eigentlich keine Probleme. Aber dann kommt der Tag, an dem die Druckstellen anfangen zu schmerzen und die Hornhaut nicht mehr einfach Hornhaut ist, sondern eine tiefergehende Verhärtung der Hautschichten. An diesem Punkt stehen Sie vermutlich gerade, wenn Sie diesen Artikel lesen. Wir erklären, was jetzt zu tun ist und wie Sie diese Situation zukünftig vermeiden können.

Wie entstehen Hühneraugen?

Die Haut besteht aus drei Schichten. Die obere Hautschicht bildet die Oberhaut (Epidermis), darunter liegt die Lederhaut (Dermis oder Corium) und die untere Schicht bildet die Unterhaut (Subcutis). Durch dauerhaften Druck entsteht an knochennahen Körperstellen Hornhaut, bevorzugt an den Füßen. Bleibt der Druck über lange Zeit bestehen, wächst die Hornhaut punktuell dornenförmig nach innen. Wenn das verhornte Gewebe bis in die Lederhaut hineinwächst und so an den Nervenenden reibt und diese reizt, kommt es zu den für ein Hühnerauge typischen Schmerzen. Hühneraugen sind die bekannteste Form von Schwielen.

Hühneraugen entstehen häufig in Kombination mit Fußfehlstellungen oder Überbeinen am Fuß. Fußfehlstellungen, die die Entstehung von Hühneraugen begünstigen können, sind der Hallux Valgus, ein Fersensporn, Hammerzehen oder Plattfüße. Bei einem Spreizfuß entstehen Hühneraugen bevorzugt an der Fußsohle oder den Ballen. Und: Wer Hühneraugen kennt, der hat oft auch mit Blasen zu kämpfen.

Wie sehen Hühneraugen aus?

Ein Hühnerauge ist ein weißes, meist rundliches Areal aus weißer Hornhaut mit einem gelblichen Punkt in der Mitte. Die meisten Läufer bemerken ein Hühnerauge erst, wenn es schon stechende oder drückende Schmerzen bereitet. Nicht nur beim Laufen.

Hühneraugen – die Ursachen

Wenn unpassendes Schuhwerk (z. B. zu enge Laufschuhe) die Ursache eines Hühnerauges darstellt, ist es meist an den Zehen zu finden. Fußfehlstellungen begünstigen die Entstehung von Hühneraugen, weil der Fußaufsatz und die Belastung des Fußes dann oft unregelmäßig sind. So entstehen in den stärker belasteten Bereichen Druckstellen.

Wie bei vielen anderen Verletzungen gilt jedoch auch für Hühneraugen: Verletzungen am Fuß haben ihre Ursache nicht unbedingt am Fuß. Ursächlich für eine stärkere Belastung einzelner Fußbereiche können auch Dysbalancen der Wadenmuskulatur, der Gesäßmuskeln oder der Rumpfmuskulatur sein. Wer also seit Wochen sein Athletikprogramm vernachlässigt oder noch nie eines im Trainingsplan stehen hatte, sollte spätestens jetzt einmal einen Blick auf seine Körperstatik werfen.

Wie behandelt man Hühneraugen?

Bevor Sie überhaupt mit der Behandlung des Hühnerauges beginnen, sollten Sie möglichst die Ursache beseitigen bzw. behandeln. Um sich direkte Abhilfe zu verschaffen, können Sie ein Hühneraugenpflaster auf den schmerzenden Bereich kleben. In einigen Fällen genügt auch ein handelsübliches Pflaster, das bei Bedarf mit Watte zusätzlich abgepolstert werden kann. Spezielle Hühneraugenpflaster sind zum Beispiel in Drogerien und Apotheken erhältlich und enthalten meist Salizylsäure, ein Keratolytikum. Keratolytika weichen die Haut auf und reduzieren somit den Druck, sodass auch das Laufen wieder schmerzfrei möglich ist.

Hühneraugenpflaster können über mehrere Tage auf der Haut belassen werden. Nach dem Abnehmen sollten Sie das aufgeweichte Hautstück entfernen und den Bereich darunter, falls nötig, desinfizieren. Achten Sie hierbei darauf, dass Sie die gesunde Haut nicht verletzen. Für Wanderungen kann man gut Desinfektionstücher einpacken, denn die brauchen nicht so viel Platz.

Bei bestehenden Fußfehlstellungen (z. B. Plattfuß oder Senkfuß) oder Fersensporn kann ein Stabilisationstraining auf instabilen Untergründen wie zusammengerollten Handtüchern, Balance Pads oder einem Wackelbrett helfen. Auch andere Übungen zur Stärkung der Fußgelenke sind sinnvoll. Mit regelmäßiger Selbstmassage können Sie die Fußmuskulatur entspannen. Wenn alle Eigenbehandlungsversuche ohne Erfolg bleiben, sollten Sie einen Podologen (Fußspezialisten) oder einen Hautarzt zu Rate ziehen.

Hühneraugen – die Vorbeugung

Achten Sie grundsätzlich beim Schuhkauf darauf, dass Sie Ihre Schuhe nach dem perfekten Sitz und nicht nur nach dem Aussehen aussuchen. Ziehen Sie beim Anprobieren der Laufschuhe lieber etwas dickere Socken an, auch wenn Sie später beim Laufen dünne Laufsocken tragen. So vermeiden Sie, dass der Schuh zu eng sitzt und dadurch Druckstellen entstehen.

Die gesamte Körperhaltung entscheidet beim Laufen darüber, wie Sie den Fuß aufsetzen. Integrieren Sie deshalb regelmäßig ein Ausgleichstraining in Ihr Lauftraining. Suchen Sie sich zwei bis drei Kräftigungs- und Mobilisationsübungen heraus, die Sie mindestens zweimal pro Woche üben. Geeignet sind Übungen wie

Krafttraining & Stretching
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