Läufer mit Knieschmerzen iStockphoto

Meniskusschaden – Behandlung und Vorbeugung

Knieschaden durch Verschleißerscheinung Meniskusschaden – Behandlung und Vorbeugung

Der Meniskusschaden ist eine der häufigsten Sportverletzungen. Auch bei Läuferinnen und Läufern sind vor allem Verschleißerscheinungen die Ursache.

Sie gehören zu den häufigsten Verletzungen, die in der orthopädischen und physiotherapeutischen Praxis behandelt werden: Schmerzen im Kniegelenk, die durch einen Meniskusschaden ausgelöst werden.

Was ist ein Meniskus?

Das Kniegelenk wird gebildet vom Oberschenkelknochen (Femur), dem Unterschenkelknochen (Tibia) und der davorliegenden Kniescheibe (Patella). Genau zwischen den beiden Gelenkpartnern Femur und Tibia befinden sich zwei Menisken, der Innenmeniskus (medial) und der Außenmeniskus (lateral). Die Menisken sind halbmondförmige Faserknorpelscheiben, die jeweils rechts und links zwischen den Gelenkpartnern von Ober- und Unterschenkel liegen. Sie bestehen vor allem aus Wasser und Kollagen Typ 1, das insbesondere auf Zugbelastungen ausgelegt ist.

Die beiden Menisken polstern die Gelenkflächen ab, gleichen bestehende Unebenheiten (Inkongruenzen) aus und gewährleisten so eine optimale Druckverteilung im Kniegelenk. Ihre Hauptaufgabe erfüllen sie, wenn Sie Ihre Kniegelenke aus gebeugter Stellung rotieren, also nach innen oder außen drehen.

Die Menisken sind durch Bänder untereinander (Ligamentum transversum genu), mit dem Oberschenkelknochen, dem Unterschenkelknochen und der Kniescheibe (Ligamentum patellamenisceale) verbunden. Jeder Meniskus hat drei Zonen, die man bei einer Verletzung des Meniskus auch im Arzt- oder OP-Bericht wiederfindet: Vorderhorn, Meniskuskörper und Hinterhorn.

Was ist ein Meniskusschaden?

Meniskusschäden und Meniskusrisse entstehen häufig als Verschleißerscheinung bei einer bereits bestehenden Arthrose. Durch abrupte Drehbewegungen beim Laufen oder allgemein im Sport kommt es zu Einrissen des meist ohnehin bereits angegriffenen Knorpelgewebes des Meniskus im Kniegelenk und somit zum Meniskusschaden. Männer sind etwa doppelt so häufig von einem Meniskusschaden betroffen wie Frauen.

Wie erkenne ich einen Meniskusschaden?

Bei einem Meniskusschaden spüren Sie bei Drehbewegungen des Kniegelenks einen einschießenden Schmerz sowie beim Beugen des Knies ein Blockadegefühl. Vielleicht können Sie den Schmerz durch maximales Beugen oder Strecken des Knies provozieren. Eine leichte Schwellung innen und/oder außen im Bereich des Gelenkspalts sowie Schmerzen, sobald Sie von der Seite auf den Gelenkspalt drücken, können weitere Anzeichen sein. Grundsätzlich können diese Symptome aber auch auf andere Knieverletzungen hindeuten oder zum Teil sogar völlig normal sein. Suchen Sie daher bitte für eine differenzierte Diagnostik einen Arzt auf, falls Sie den Verdacht haben, dass Ihr Meniskus verletzt ist.

Welche Symptome hat man bei einem Meniskusschaden?

Ein Meniskusschaden kann Schmerzen verursachen – muss er aber nicht. Häufig sind Meniskusrisse ein Zufallsbefund im MRT, zum Beispiel als völlig normale Alterserscheinung, wenn das Kniegelenk auf eine andere Verletzung hin untersucht wird. Häufige Beschwerden bei einem Meniskusschaden sind einschießende stechende Schmerzen, meist an der Innenseite des Kniegelenks, und eine Schwellung am Kniegelenksspalt. Wo sich die Verletzung des Meniskus befindet, lässt sich alleine anhand des Schmerzmusters oder der Symptomkombination nicht sagen. Ausschlaggebend ist eine Blockierung des Kniegelenks bei Bewegung.

Schmerzen im Kniegelenk können auch durch das Schmerzsyndrom Läuferknie, durch Knorpelschäden, Arthrose oder muskuläre Dysbalancen der Oberschenkelmuskulatur, der Ischiocruralen Muskulatur, der Rumpfmuskulatur oder der Wadenmuskulatur entstehen. Auch eine Patellasehnenentzündung, ein Patellaspitzensyndrom, ein femoropatellares Schmerzsyndrom, ein Haarriss im Knochen oder eine Stressfraktur können Ursache von Knieschmerzen sein.

Wie entsteht ein Meniskusschaden?

Entgegen aller Vermutungen ist die Hauptursache für einen Meniskusschaden nicht ein Sportunfall, sondern der normale Alterungsprozess. Ebenso wie z. B. die Haut oder die Bandscheiben verliert das faserige Gewebe, aus dem die Knorpel bestehen, an Stabilität und Elastizität. Bei abrupten Drehbewegungen im Sport kommt es zu Einrissen des ohnehin bereits angegriffenen Knorpelgewebes und somit zum Meniskusschaden.

Das Problem bei der Entstehung eines Meniskusschadens ist das Verhältnis zwischen Belastbarkeit und Belastung. Risikofaktoren wie Übergewicht, eine zu starke Gelenkbeweglichkeit im Allgemeinen (Gelenkhypermobilität), einseitige Belastungen bei der Arbeit oder im Training und vorangegangene Kreuzbandverletzungen schwächen die Stabilität des Kniegelenks und erhöhen so die Belastung auf die Strukturen des Knies. Sportliche Höchstleistungen beim Laufen halten die Menisken dann häufig nicht zusätzlich aus.

Wie wird ein Meniskusschaden diagnostiziert?

Die Diagnostik eines Meniskusschadens erfolgt meist in Form einer Kernspintomographie (MRT). Klinische Tests wie der Druckschmerztest am Gelenkspalt sind nicht dazu geeignet, eine Meniskusverletzung zu diagnostizieren oder sicher auszuschließen. Druckschmerz am Gelenkspalt kann beispielsweise auch auf eine Verletzung des Knorpels im Kniegelenk hindeuten. Es sollte deshalb immer eine Kombination aus bildgebenden Verfahren, Tests und Aussagen des Patienten genutzt werden.

Ein guter Selbsttest bei Verdacht auf einen Meniskusschaden ist: Stellen Sie sich auf das verletzte Bein. Beugen Sie das Kniegelenk etwa 20° an. Rotieren Sie Ihren Oberkörper und das Bein nach innen und außen. Spüren Sie einen starken Schmerz oder hören Sie ein leises Klicken, deutet dies auf einen Meniskusriss hin (Thessaly-Test).

Was hilft bei einem Meniskusschaden?

Meniskusschäden gehen häufig mit einer Gonarthrose (Arthrose im Kniegelenk) einher. Die Behandlung sollte daher sowohl für den Meniskus als auch für die verletzte Knorpeloberfläche positive Effekte haben. Besteht keine Gelenkblockierung, ist daher eine konsequente Trainingstherapie und damit die konservative Behandlung das Mittel der Wahl. Hinsichtlich der Muskelkraft einige Wochen und Monate nach der Verletzung ist die Trainingstherapie einer Operation in Studien sogar überlegen.

Trainingsprogramme zur Therapie eines Meniskusschadens bestehen aus

  • Mobilisationsübungen,
  • Kräftigungsübungen für den Quadrizeps, die hintere Oberschenkelmuskulatur (Hamstrings) sowie die Hüftmuskulatur, vor allem die Gesäßmuskulatur (Glutaeen) und
  • funktionellen Übungen, die die Ansteuerungsfähigkeit der einzelnen Muskeln und deren Zusammenspiel in einer Bewegung verbessern.

Alle Übungen sollten sowohl mit dem verletzten Bein als auch mit dem gesunden Bein ausgeführt werden. Als Richtwert für ein effizientes Training werden Trainingseinheiten von etwa 25 Minuten an vier Tagen pro Woche angesehen. Bitte denken Sie daran, dass auch die Regeneration einen wichtigen Anteil an der Genesung nach einer Sportverletzung hat.

Grundsätzlich ist ein Meniskusschaden durch konservative Maßnahmen wie Trainingstherapie, Ruhigstellung oder Physiotherapie nicht heilbar. Wenn es sich um einen traumatischen Meniskusschaden (Meniskusriss) handelt, der nicht auf der Grundlage einer Arthrose entstanden ist, kommt daher auch eine Arthroskopie als Behandlungsmöglichkeit infrage. Unter dieser Operation wird eine Meniskusnaht, Meniskus-Teilresektion (teilweise Entfernung des Meniskus, um Unebenheiten auszugleichen) oder Meniskustransplantation durchgeführt – oder aber ein CMI (Collagen Meniskus Implantat) eingesetzt.

Aktuell geht die Behandlung dahin, so viel wie möglich vom ursprünglichen Gewebe des Meniskus zu erhalten. So ergeben sich bei einer Meniskusreparatur bessere funktionelle Ergebnisse als bei einer Meniskusresektion, bei der ein Teil des Meniskus entfernt wird – auch hinsichtlich des Risikos, zu einem späteren Zeitpunkt eine Arthrose zu entwickeln und vielleicht einen künstlichen Gelenkersatz zu benötigen. Eine Meniskusresektion erhöht die Wahrscheinlichkeit für eine spätere Knieendoprothese laut aktuellen Studien um ein Vielfaches.

In den ersten sechs Wochen nach der Operation liegt das Hauptaugenmerk der Physiotherapie auf der Linderung der Schwellung, der Wiederherstellung der optimalen Beweglichkeit und der Wiedererlangung der neuromuskulären Kontrolle des Quadrizeps (vorderer Oberschenkelmuskel). Das bedeutet, dass Sie die Ansteuerung der Kniegelenksmuskulatur unter Umständen neu erlernen und in den ersten Wochen konsequent trainieren müssen. Elektrostimulation (Elektrotherapie) kann dabei helfen.

Ab der dritten Woche nach Ihrer Operation dürfen Sie schmerzadaptiert an der Beinpresse trainieren und damit beginnen, Ihre Hüftmuskulatur zu stärken. Anschließend liegt das Hauptaugenmerk darauf, dass Ihr Gangbild und Ihr Laufstil wieder funktionell möglich werden. Eine gezielte Kräftigung der hinteren Oberschenkelmuskulatur (Hamstrings) ist sinnvoll und verbessert die Stabilität der gesamten Beinachse. Ab der zwölften Woche sind Squats erlaubt und Sie dürfen langsam wieder mit dem Laufen beginnen.

Wie lange falle ich mit einem Meniskusschaden aus?

Die Heilung des Meniskus benötigt je nach Behandlung (konservativ oder operativ) und Verletzungsgebiet (innen, außen, Teilriss oder komplexer Riss) drei bis zwölf Monate. Wie lange Sie brauchen, bis Sie wieder sportlich aktiv werden können, hängt außerdem davon ab, ob durch ein Trauma bei einem Sportunfall vielleicht auch das Kreuzband, Innen- und/oder Außenband des Kniegelenks und/oder Gelenkknorpel oder Knochen verletzt sind.

Tipp: Mit einem hohen Anteil an Proteinen in der Ernährung können Sie die Regeneration des verletzten Gewebes beschleunigen. Verlangsamt wird die Heilung durch eine schlechte Ernährung mit regelmäßigem Alkoholkonsum, Übergewicht, zu wenig Schlaf und Rauchen.

Je nach Operationsmethose ist in den ersten sechs Wochen nach einer Meniskus-OP meist nur eine Teilbelastung des Kniegelenks erlaubt und es besteht eine Bewegungslimitation von 0 bis 60°. Andere OP-Methoden erlauben eine sofortige Vollbelastung des Kniegelenks und Bewegungen des Kniegelenks bis 90° Beugung. Ab der zwölften Woche dürfen Sie langsam wieder mit dem Laufen beginnen. Ein guter Anhaltspunkt für die ersten Laufversuche sind etwa 60% Kraftsymmetrie zur gesunden Gegenseite. Radfahren und Schwimmen (Kraulen) als Alternativsportarten können die Rückkehr in den Laufsport erleichtern, weil Sie Ihre Ausdauer bei geringer Gelenkbelastung schneller aufbauen können.

Komplett in den Laufsport zurückkehren sollten Sie erst, wenn Sie keine Schmerzen mehr haben, das verletzte Kniegelenk aus eigener Kraft bis ans Bewegungsende in die Beugung und Streckung (also einmal durch das volle mögliche Bewegungsausmaß des Kniegelenks) bewegen können und im verletzten Bein mindestens 90% der Kraft des Quadrizeps auf der Gegenseite aufbringen können.

So können Sie einem Meniskusschaden vorbeugen

Da es sich bei einem Meniskusschaden um die Folge eines normalen Alterungsprozesses handelt, ist es schwierig, einem Meniskusschaden vorzubeugen. Grundsätzlich gelten ein geringer BMI und ein gut ausgebildeter Quadrizeps als präventiv. Wenn Sie Ihre Muskulatur durch regelmäßiges Laufen fit halten, sorgen Sie damit auch für stabile Gelenke, die abrupten Bewegungen standhalten und somit nicht so anfällig für einen Meniskusschaden sind. Geeignete Übungen für Läufer sind beispielsweise die folgenden, die Sie in Ihr Trainingsprogramm einbauen könnten:

Krafttraining & Stretching
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