Ist Laufen mit Gewichten gesund?

Hanteln beim Joggen
Laufen mit Gewichten: Sinnvoll oder nicht?

ArtikeldatumZuletzt aktualisiert am 26.02.2026
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Laufen mit Gewichten: Sinnvoll oder nicht?
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Hast du vielleicht auch schon eine Läuferin oder einen Läufer mit Kurzhanteln in den Händen gesehen? Manche nutzen auch Gewichtsmanschetten, die sie sich um Handgelenke und Fußgelenke schnallen, und andere Läufer wiederum tragen Gewichtswesten, um den Traningseffekt zu erhöhen. So oder so: Bei jedem Zusatzgewicht stellt sich die Frage, ob es noch gesund oder schon gefährlich ist.

Was bringt Laufen mit Zusatzgewichten?

Joggen mit Gewichten wirkt auf den ersten Blick verlockend, da es scheinbar einige Vorteile bietet. Zum einen führen Zusatzgewichte zu einem erhöhten Kalorienverbrauch, da die Muskeln technisch gesehen mehr Arbeit verrichten müssen. Dies ist besonders vorteilhaft, wenn man mit dem Joggen abnehmen möchte. Zum Beispiel verbrennt ein Läufer bei einem 30-minütigen Lauf ohne Gewichte bis zu 400 Kalorien, während es mit einer fünf Kilogramm schweren Gewichtsweste rund zehn Prozent mehr werden können.

Ein weiterer häufig proklamierter Vorteil ist die Steigerung der Muskelkraft während des Ausdauertrainings, insbesondere die in den Beinen und Armen. Logisch: Durch das zusätzliche Gewicht wird die Muskulatur stärker gefordert. Das ist im Übrigen bei regelmäßigem Krafttraining (was Läufern empfohlen wird!) genauso so der Fall. Wer täglich mehrere Dutzend Liegestütze macht, wird sich ebenso in kurzer Zeit über einen Zuwachs an Kraft und Stabilität freuen.

Vorteile von Laufen mit Zusatzgewicht

Beim Laufen mit Gewicht gibt es spezifische Trainingsziele, bei denen Zusatzgewichte – richtig eingesetzt – einen Mehrwert bieten können.

Wie schon angesprochen, ist der offensichtlichste Vorteil der erhöhte Energieumsatz. Durch das zusätzliche Gewicht muss dein Körper mehr Arbeit verrichten, um die gleiche Distanz in der gleichen Geschwindigkeit zurückzulegen. Das treibt die Herzfrequenz nach oben und intensiviert das Herz-Kreislauf-Training, ohne dass du zwangsläufig schneller laufen musst. Dies kann besonders beim Bergaufgehen oder Power-Walking für Athleten und Sportlerinnen nützlich sein, die ihre Ausdauer steigern wollen, aber aufgrund von Gelenkproblemen nicht schnell laufen können.

Für Trailrunner kann das Training mit einer Gewichtsweste eine gute Vorbereitung sein. Es simuliert die Tragebelastung eines Trinkrucksacks oder die Ermüdung bei extremen Steigungen. Die Beinmuskulatur, insbesondere die Waden und Oberschenkel, wird durch den erhöhten Widerstand stärker trainiert.

Nicht zu unterschätzen ist auch der psychologische Effekt: Wer regelmäßig mit Zusatzgewicht trainiert, wird sich im Wettkampf ohne die Extra-Kilos leichter fühlen.

Wichtig: Diese Vorteile entfalten sich, wenn überhaupt, nur dann, wenn das Gewicht zentral am Oberkörper (z. B. in Form einer Gewichtsweste) und nicht an den Extremitäten getragen wird. Nur so bleibt der natürliche Bewegungsablauf weitgehend erhalten. Neben diesen möglichen Vorteilen, kann das Laufen mit Zusatzgewicht auch viele Nachteile und gesundheitliche Risiken mit sich bringen.

Die Risiken von Laufen mit Gewichten

Experten warnen mit Blick auf die potenziellen Gefahren: Joggen mit Gewichten berge mehr Risiken als Nutzen. Eines der größten Probleme sei das erhöhte Verletzungsrisiko. Die zusätzlichen Gewichte können die Belastung auf Gelenke, Sehnen und Muskeln erheblich steigern. Besonders betroffen sind die Knie, Knöchel und Hüften, die ohnehin schon stark beansprucht werden beim Laufsport. Wer sich verletzt, riskiert nicht regelmäßig trainieren zu können – und konterkariert damit das Trainingsprinzip Nummer eins: Kontinuität.

Das Tragen von Gewichten kann zudem die natürliche Lauftechnik negativ beeinflussen. Um die zusätzlichen Gewichte während der Bewegung zu kompensieren, wird man gezwungen, Körperhaltung und Laufstil anzupassen. Diese Veränderungen können zu einer ungleichmäßigen Belastung der Muskulatur führen und so das Risiko von muskulären Dysbalancen und damit verbundenen Schmerzen ebenso erhöhen.

Durch das Zusatzgewicht verschiebt sich auch dein gewohnter Körperschwerpunkt. In unebenem Gelände oder bei Ermüdung reagiert dein Körper langsamer auf Stolperfallen. Die zusätzliche Masse kann dann einen Sturz beschleunigen und macht es schwieriger, sich rechtzeitig abzufangen. Auch Gewichtsmanschetten an den Knöcheln erhöhen das Risiko, hängen zu bleiben oder umzuknicken.

Und ein weiterer Nachteil ist, dass das Lauftraining nicht wie geplant durchgeführt werden kann. Durch die zusätzliche Belastung ermüden die Muskeln schneller, wodurch die Gefahr eines Übertrainings droht. Wer das Training an die Zusatzgewichte nicht anpasst, führt unter Umständen Raubbau an seinem Körper. Da Laufgeschwindigkeiten reduziert werden müssen, leidet außerdem das Tempotraining in seiner Effektivität.

Alternativen zu Laufen mit Gewichten

Statt mit Gewichten zu joggen, gibt es zahlreiche andere Methoden, um das Lauftraining zu optimieren und abwechslungsreich zu gestalten, ohne dabei Verletzungen und Überlastungserscheinungen zu riskieren. Setze daher lieber auf folgende Alternativen:

  • Intervalltraining: Wechsel zwischen intensiven Sprints und Erholungsphasen. Dieses Training unter erhöhter Herzfrequenz verbrennt mehr Kalorien.
  • Bergläufe: Laufen an Steigungen und im hügeligen Terrain kräftigt die Muskulatur und steigert die Ausdauer. Der erhöhte Widerstand trainiert die Beine, Rumpf und Gesäßmuskulatur als das Laufen in der Ebene.
  • Krafttraining: Übungen wie Kniebeugen, Ausfallschritte und Planks stärken die Muskulatur, erhöhen die Stabilität im Rumpf und verbessern den Laufstil.
  • Alternativtraining: Andere Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Rudern verbessern ebenfalls die Ausdauer, sprechen aber Muskelgruppen an, die beim Laufen vernachlässigt werden.
  • Plyometrisches Training: Sprungübungen wie Box-Jumps oder Sprungkniebeugen verbessern die Schnellkraft und werden sich positiv auf Laufstil und -geschwindigkeiten auswirken.
  • Treppenläufe: Durch die steile Steigung kannst du die Gesäß- und Oberschenkelmuskulatur intensiv fordern, während die Stufen gleichzeitig die Herzfrequenz in die Höhe treiben und eine saubere Kniehub-Technik erfordern.

Tipps für Läufer: Training ohne Zusatzgewicht

Wenn du dein Training intensiver gestalten möchtest, dann kannst du auch noch an anderen Stellschrauben drehen. Hier sind die effektivsten Methoden, um auch ohne Zusatzgewicht stärker und schneller zu werden:

1

Nutze den Untergrund

2

Baue Lauf-ABC-Elemente ein

3

Fokus auf die Schrittfrequenz

Häufige Fragen zu Laufen mit Gewichten

Fazit